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Highway to Hill ...
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Day 4

Aufgeregt und nervös trifft man sich schon eine halbe Stunde vor dem Frühstück im Saal. Jeder ist es, keiner gibt`s natürlich zu. Pseudo coole Stimmung. Heute morgen bitte nix schweres zu sich nehmen. Muß alles den Berg mit hoch. Am Besten wieder nur Körner und nen Kaffee. Illy für Klaus – normal! Das Teamfoto vor dem Hotel darf nicht fehlen, falls einer beim Anstieg abstürzt in die endlosen Tiefen des Stelvio.

Auf geht`s – Paul hat schwerste Teamklamotte, Ton in Ton mit Bike. Alter, jetzt siehst du auch noch aus, wie ein Bonbon, nicht nur deine Karre. Heinrich trägt wie es sich gehört das Trikot der Stelvioüberquerung von `99, war die Family dabei. Und da Adele und Flo zu schmächtig für Größe M sind, hat Papa Heinrich alle drei Jerseys im Rucksack. Man muß ja in Style wechseln könne- normal oder? Fritz rückt sich sein Goldkettchen zurecht, Edwin seine Nase. Three two one- rock it!

Highway to Hill ... 10 km warm up bis Trafoi. Über den Suldenbach und da ist sie, die erste Kurve von 48! Du meine Scheiße! Schon bei der Anfahrt durch Trafoi überholen wir Schaaren von Radlern, Und das ist bis zur Spitze nicht anders. Zusätzlich werden wir aber noch von hunderten von Motorrädern und Autos überholt. Das ist fein in der Hitze, schöne Auspuff lutschen. Die ersten paar Kehren verlaufen noch im Wald, aber schon bald erreichen wir die Baumgrenze. Ab hier beginnt eine bizarre, karge Gletscherlandschaft mit einem scheinbar endlosen Teerband, das sich bis zum Gipfel hinauf schlängelt. Jeder Zentimeter hier ist getränkt von Litern Schweiß, den tausende von Radfahrern über die Jahre hier vergossen haben. Man hat ständigen Blickkontakt mit dem Ortler, der da links von uns liegt. Ein Gigant. Südtirols höchster Berg, 3900 m.

Die Sonne brennt uns auf den Schädel, längst sind wir nicht mehr als Gruppe unterwegs. Voraus zieht Florian, dicht gefolgt von team Ed-Stefan. Die beiden scheinen nicht außeinanderzukriegen zu sein.

Ab der Hälfte, Kehre 24/25 merkt man schon was Sache ist...doch die hunderten von Radlern gönnen einem einfach keine Verschnaufpause, man kurbelt mit. Ein bunter Mix von oldschool-, newschool-Rennrädern, Mountainbikes und Touringbikes kämpft sich der Spitze entgegen. Wir überholen einen Typen auf nem 20 Jahre alten Giosbike, der locker schon über siebzig war – Respekt! Vor mir eiert Adele in die letzte Kurven. Hat schon einen komischen Fahrstil, die Dame. Irgendwie eiert das rechte Knie, bisschen break-dance-mäßig vielleicht. Muß vom Marathon laufen kommen. Lang hat sie Ehemann Heinrich abgehängt...dabei trägt er doch stolz das Trophäenshirt.



Letzte Aktualisierung ( Thursday, 16. November 2006 )